Stuttgart, FORUM 3, Soziale Langzeit-Skulptur: Ankündigung
Soziales SteinProjekt am Forum 3 in Stuttgart 2008/09 Künstlerische Leitung: Johannes Matthiessen Zusammenarbeit mit: Geomantiegruppe Stuttgart Projektträger: Forum 3 e.V. Stuttgart
Auszüge aus der Projektbeschreibung geschrieben von Ulrich Morgenthahler/Forum 3 und Johannes Matthiessen/Sacred Landscapes
- Ausgangspunkt
Schon seit einigen Jahren gibt es eine gegenseitige Wertschätzung der Arbeit vom Forum 3 mit seinen Veranstaltungen und dem Architekten, Bildhauer und Sozialkünstler Johannes Matthiessen, der schon des öfteren seine weltweite Arbeit imForum 3 präsentierte. In vielen Gesprächen entstand die Idee, etwas gemeinsam für die Stadt Stuttgart zu gestalten, etwas zur Lebendigkeit beizutragen. IDEE für die Skulptur: Die Skulptur, an die gedacht ist, soll den Rest Natur dieser Umgebung stärken, die Bewegung des Verkehrs in Bewegtheit führen, gleichzeitig aber auch Ruhe und Ganzheit ausstrahlen,Wohlfühlen und Geborgenheit, Orte symbolisch miteinander verbinden, Kommunikation anregen, Energie abgeben an ermüdete Passanten, Freude und Humor anregen.
Das MATERIAL und seine Wirkung: Die Steinskulptur soll auch die anregende Kulturarbeit des Forum 3 ausdrücken und unterstützen – genauso aber auch das Lebensnetz Stuttgart in seiner Diversität und Vielfalt repräsentieren. Nicht zuletzt soll es auch ein Bild sein für unseren Planeten Erde als einem lebendigen, bewegten, kraftvollen und doch so sensiblen und fragilen Lebensorganismus, der neue Zuwendung braucht. Die in Spiralform verlaufenden Oberflächenlinien dieser Steinskulptur sollen auch durch ihren Linienverlauf unser bisher dominant rational-lineares Zweckdenken in ein ganzheitliches, vernetzendes und lebendiges Denken verwandeln.
Kunst als SOZIALER PROZESS: Sowohl der Landschaftsheiler Johannes Matthiessen – der etliche Jahre als Gaststudent bei Joseph Beuys war – als auch das Forum 3, sehen in gemeinsamen Arbeits,- Erkenntnis-und Gestaltungsprozessen von vielen Menschen einen immer wichtiger werdenden Part der Kunst. Gerade das gemeinsame Erleben, Sprechen, Austauschen – „ForumArbeiten“ – wird immer mehr von vielen gesucht, da es zur Mangelware geworden ist in unseren durch elektronische Kommunikation bestimmten Gesellschaften. Aber ist nicht – wie Beuys es sagte – „Jeder Mensch ein Künstler“? Ist nicht das kreative Schaffen aus dem ganzen Menschen – als Kunst – ein Grundbedürfnis jedes Menschen? So soll der Spiralstein nicht von einem einzelnen Künstler im Atelier hergestellt werden und dann irgendwo im öffentlichen Raum abgestellt werden – meist zum Ärgernis vieler Nichtverstehender.
Kunst mit Passanten Wir wollen daher umgekehrt vorgehen: Einen von NATUR schön geformten GRANIT beim Forum 3 am Grünstreifen zwischen den Bäumen sicher aufstellen (mit der Stadt) und dann zu vorangekündigten Zeiten – immer stundenweise – mit Interessierten vom Forum 3 und mit Passanten unter der erfahrenen LEITUNG des Künstlers Johannes Matthiessen langsam entstehen lassen.
Zeitraum und Namensfindung Der soziale Kunstprozess soll etwa ein Jahr dauern. Während dieser Zeit soll auch erst mit Hilfe der Beteiligten der Name gefunden werden. Dann wird der fertige Stein unter Beteiligung der Öffentlichkeit eingeweiht – ins Leben gerufen.
Standdauer nGedacht ist an eine vorläufige Aufstellungsgenehmigung seitens der Stadt. Dann gehört aus der Sicht der künstlerischen Prozessbegleiter die Reaktion der Bevölkerung auf „das Kunstwerk“ durchaus als emotionale und mentale Skulptur zum Ganzen dazu. Deshalb soll diese Reaktion in einem Dokumentarfilm festgehalten werden und als sprechender Ausdruck des Gesamtkunstwerkes dienen.
Material und Transport nDas Material der Skulptur soll GRANIT sein. Ein Stück uralter Erdgeschichte, die im Laufe der Zeit durch Bewegungen von der Künstlerin Natur geformt wurde. Es ist daran gedacht, einen geeigneten Granitfindling vom Schwarzwald nach Stuttgart zu bringen. Geomantisch kann man einen Zusammenhang des Stuttgarter Mineralwasservorkommens aufzeigen mit den Flüssen Neckar, Donau und Rhein und mit dem gemeinsamen Landschaftsraum Schwarzwald, sei es als Ursprungsraum (von Neckar und Donau), sei es als umflossenes Gebirge (durch den Rhein). Der Transportweg selbst gehört auch zur Skulptur.
Vernetzung mit anderen Orten weltweit nDer Künstler und Landschaftsheiler Johannes Matthiessen führt ähnliche, meist umfassendere Projekte weltweit aus. Immer unter Beteiligung vieler Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Kulturen. Stets schafft er BEGEGNUNG, BEWEGUNG, AUSTAUSCH. Er arbeitete z.B. in Australien mit den Ureinwohnern im Outback, in Sydney und Alice Springs. Dazu kamen Jugendliche aus vielen verschiedenen Ländern. Er arbeitete mit Indianern auf den Straßen von Chicago, San Francisco und Detroit, indem er die unterdrückte Kultur verschiedener Indianerstämme mitten in der Stadt aufgriff und mit ihnen in Steinskulpturen wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit brachte. Er führte Projekte durch in Ghana, Sao Paulo, Kairo, Katovice (Polen) und viele andere. im Mäerz bereitet er auf einer Vertragsreise durch ISRAEL einen FRIEDENSPARK für JERUSALEM vor.
4 Visualisierung
6 Finanzierung nDie geschätzten Kosten dieses Projektes werden sich voraussichtlich wie folgt ergeben:
- Granitfindling im Durchmesser von 2 m 2.000,€
- Transport 800,€
- Aufstellen (durch die Stadt) 500,€
- Honorar für den Projektleiter Johannes Matthiessen 3.000,€
- Werkzeuge (Flex, Hammer, Meißel u.a.) 300,€
- Sonstige Unkosten 200,€
- Gesamt 6.800,€
Dieses Geld soll ebenfalls in einem ökonomischkünstlerischen Vorgang durchSponsoren aufgebracht werden: Um das Projekt auf den Weg zu bringen, werden die Mitglieder der Projektgruppe einschließlich des Künstlers selbst einen Kredit in Höhe der kalkulierten Kosten aufnehmen, für den sie persönliche Bürgschaften übernehmen. Im Laufe der Arbeit wollen sie dann Unterstützer finden, die Teilbeträge übernehmen, und so zu Paten des Projekts werden, was – wenn möglich – an geeigneter Stelle in der Nähe des aufgestellten Steins auch beurkundet werden soll. Diese Unterstützer sollen gefunden werden: – unter Persönlichkeiten und Stiftungen, die sich für Kunst im öffentlichen Raum engagieren, – unter den Passanten, die das Projekt vom Bürgersteig aus oder aus demvorbeifahrenden Auto wahrnehmen und dessen Entwicklung Schritt für Schritt miterleben, – im persönlichen Umkreis der Projektmitglieder selbst.
9 Zusammenarbeit mit der Geomantiegruppe Stuttgart Geomantie beschäftigt sich mit den feinstofflichen Kräften und Prozessen der Erde und ihrem Zusammenhang mit Mensch und Kosmos. Durch ihre Berücksichtigung in Architektur, Städtebau, Regionalund Landesplanung kann ein Beitrag geleistet werden, Belastungen für Mensch und Landschaft zu vermeiden, Blockaden aufzulösen und Zerstörungen abzumildern. Die für Interessierte offeneGeomantiegruppe Stuttgart entstand 1998 nach einem Seminar mit Marko Pogačnik. Sie trifft sich regelmäßig im Stadtraum, um diesen auf der feinstofflichen Ebene zu erkunden und mit zu gestalten. Außerdem finden gemeinsame Treffenmit anderen Geomantiegruppen der Region statt, und über ein Netzwerk bestehen europaweit Kontakte. nDie Geomantiegruppe ermöglicht:
- Begegnung und Erfahrungsaustausch für Menschen, die an der Geomantie interessiert sind
- Förderung einer achtsamen Beziehung zur Schöpfung durch bewusstes SichEinlassen auf die Wahrnehmung und die Begegnung mit den Kräften der Orte
- Entwicklung der persönlichen Wahrnehmungsfähigkeit sowie Einordnung der
- Erfahrungen und Wahrnehmungen durch den Austausch in der Gruppe
- Wirken an der Wandlung von Orten, die z.B. durch geschichtliche Belastungen blockiert sind
- Vertretung und Bekanntmachung der Geomantie in der Öffentlichkeit
Die Geomantiegruppe Stuttgart wird in der Projektgruppe vertreten durch HansJoachim Aderhold, Anna GruberSchmälzle und Achim Schmälzle.
10 Projektträger Das Forum 3 ist ein selbstverwaltetes Jugendund Kulturzentrum im Herzen von Stuttgart. Auf sieben Etagen und 2000qm bietet es in seinem offenen Haus ein breites Spektrum von Kursen, Seminaren, Vorträgen und Diskussionen, ein Café als Begegnungszentrumund das professionelle Forum Theater, mit eigenständigem Spielbetrieb. Träger ist ein gemeinnütziger Verein. Er ist ein freier Zusammenschluss von Menschen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, verantwortliches Handeln zu entwickeln, um zur Lösung der brennenden Probleme unserer Zeit beizutragen. Die Umgebung des Forum 3 an der TheodorHeussStraße hat sich in den letzten nJahren sehr verändert: Die „Theo“ ist entstanden – eine lebendige, weit über Stuttgart hinaus populäre Kulturmeile. Das Forum 3 steht mitten drin und arbeitet daran mit. Ein Anliegen des Forum 3 ist die Sozialgestaltung. So fiel es nicht schwer, mit den in der Kulturmeile verantwortlich tätigen Menschen in regen Austausch zu kommen. Auch über Fragen, wie man mit Anwohner umgeht, wenn es einmal zu laut wird, die Umgebung von immer mehr Menschen genutzt wird, die Abfall hinterlassen, und die, um ihre Notdurft zu verrichten, oft die anliegenden Häuser benutzen. Ebenso wurde die Frage nach der Sicherheit der Anwohner bewegt. Denn der attraktive Gehalt einer Kulturmeile kann nur durch Menschen entstehen und durch Begegnung gepflegt werden. Nach all den Jahren des Austausches und der Gespräche will nun das Forum 3 mit diesem Projekt selbst an Erscheinungsbild und Ausdruck der TheodorHeussStraße mitarbeiten und etwas Eigenständiges zu ihrer äußeren und inneren Belebung beitragen: eine soziale Plastik, die für Menschen und durch Menschen geschaffen wird. n
nDas Forum 3 ist gemeinnützig anerkannt und stellt Spendenbescheinigungen aus. Spendenkonto des Forum 3 e.V.: GLS Gemeinschaftsbank Stuttgart, Kto.Nr. 23 948 400, BLZ 430 609 67 Forum 3 e.V. Ulrich Morgenthaler – Mitglied des Vorstands Gymnasiumstraße 21 – D70188 Stuttgart Tel: 0711 – 440074966 nulrich.morgenthaler@forum3.de www.forum3.de‘,




