Ghana: Intercultural Sacred Gathering Place, Kissi
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Im Februar 2007 hatte ich die Einladung bekommen in dem Dorf Kissi, circa 100 km von der ghanaischen Hauptstadt Accra entfernt, einen Kulturbegegnungsplatz für die Initiative BAOBAB zu gestalten. Ausgangspunkt dafür war die Tatsache dass zwei liebe Freunde von mir, Michael Bloss und Stefano Scala, entschieden hatten Ihren Zivildienst im Kinderzentrum BAOBAB von Edith Voss zu absolvieren. In diesem kleinen Lebens- und Ausbildungszentrum – mitten unter dem ärmsten Ghanas, leben viele elternlose und oft verwahrloste Straßenkinder in Wohn- und Lebensgruppen zusammen und erhalten in der ganzheitlich ausgerichteten Schule Unterricht und praktisch handwerkliches Training. [mygal=ghana600]
Ich hatte vorgeschlagen einen ganz andern Ansatz von Entwicklungshilfe einzubringen. Nämlich über die Soziale Kunst:
Einen Versammlungsplatz zu gestalten – mitten im Busch, für mehrere befreundete Dörfer. Hier sollten sich die Menschen - jung und alt - an den Abenden treffen um gemeinsam ihre traditionellen Tänze aufzuführen, zu trommeln Geschichten zu erzählen, politischen Austausch zu führen, Rechtsprechung und Beratungen zu vollziehen. Auch Vorträge von Studenten und Professoren der Universität von ACCRA sollen hier angeboten werden.
In gut zwei Wochen konnten wir mit der Unterstützung von 20 Gefangenen des nahegelgenen Gefägnisses und den Kindern von Baobab einen kräftigen und farbenfrohen Versammlungsplatz gestalten. Dazu holten wir 12 große Granitsteine aus einem nahe gelegenen Steinbruch.
Eine Besonderheit dieser energetischen Steinkonstellation sind die heute noch als magisch geltenden ADINKRA SYMBOLE, die vor circa 400 Jahren König Adinkra im Kampf gegen die krankmachende Intellektualisierung durch die Europäische Schrift entwickelt hatte. Er sah die Gefahr der Zerstückelung alles Lebendigen durch unsere moderne Schreibkultur. Er wollte dagegen mit den ADINKRA Symbolen den ganzen Menschen ansprechen und seine moralischen Kräfte stützen.
Hier einige Beispiele der Steine. Bitte klicken Sie die Bilder an, um von den Bedeutung der Steine zu Erfahren [mygal=ghanasteine]
ZUR ERÖFFNUNG des gestalteten Platzes sprach auch der Dorfkönig NANA KWAHIN zu uns. Während er in der Dämmerung des Abends zu uns sprach, fiel mir die Nähe seiner Gedanken zu Joseph Beuys auf. Manchmal muss man weit reisen um die Tiefe des Seins zu erfahren. Jedenfalls hatte die Kunst wieder mal die Kraft die verschiedenen Menschen kreativ an einem ungewöhnlichen Ort zusammenzubringen - im gemeinsamen Blick auf die Notwendigkeit, auch zukünftig mit der Natur zusammen zu wirken.
Zitat aus der Ansprache des Königs Nana :
Foto des Königs folgt
“Ich bin heute zur Eröffnung des neuen Kultur Begegnungsplatzes für unsere Dörfer mit einer großen Begleitung von Ältesten gekommen, um zu zeigen wie wichtig mir dieser neue Lern- und Erlebnisplatz mitten im ghanaischen Busch ist. Allen die hier unter großen Anstrengungen zusammengearbeitet haben, möchte ich sehr danken. Vor allen dem leitenden Künstler, der von so weit weg gekommen ist, um uns von der neuartigen Verwendung unserer alten Adinkra – Symbole und an die Wurzeln unserer bildhaft denkenden Kultur zu erinnern.
Auch, dass der Platz unserer Dorfbewohner zu kulturellen Veranstaltungen mitten in die Natur holt, ist sehr wichtig und für uns inzwischen sehr ungewöhnlich – haben wir doch unsere ursprünglich starke Verbindung zur Natur schon weitgehend verloren durch unser Anlehnen an die Europäische Kultur.
Aber dieses Projekt zeigt einen Entwicklungsansatz ganz anderer Art. Es versucht, uns in unserem Schöpfertum anzusprechen und somit unsere Seele, unseren Geist, eben das Göttliche in uns. Der Schöpfergott, der Kreator, ist der größte existierende Künstler ! Alles Natürliche, alles was ist, hat Er geschaffen, auch uns als seine Kinder. Also sind auch wir zum Schöpfertum, zur Kreation erschaffen. Aber nicht zur Zerstörung der ersten Schöpfung, sondern zur Pflege und Weiterentwicklung. Deshalb ist die Botschaft dieses neu gestalteten Platzes für uns so wichtig.
In diesem Sinne wollen wir uns hier zum Austausch unserer künstlerischen Potenziale versammeln. Von hier aus wurde uns auch klar, dass wir die wenigen noch verbliebenen Waldinseln dringend retten müssen, denn in diesen letzten Baumriesen leben die Kräfte und Erinnerungen unserer Vorfahren.”
